Mobile-Homeoffice – Neue Freiheiten für Camper

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Corinna Harder Freitag, 9. April 2021 von Corinna Harder

Vantastic Office

Mobile-Homeoffice – Neue Freiheiten für Camper

Im Camper arbeiten – das klingt nach einem beruflichen Traum: Du bist das ganze Jahr über quasi im Urlaub und dein Geld verdienst du ganz nebenbei. Doch ist das wirklich so?

Wenn es nicht wichtig ist, an welchem Ort der Welt du morgens um 8 Uhr am Schreibtisch sitzt, dann kannst du vielleicht auch gleich den Sprung in die räumliche Unabhängigkeit wagen: Für ein paar Stunden – weil das Wetter gerade so schön ist oder dir die Decke auf den Kopf fällt. Vorübergehend – weil für deinen neuen Auftrag eine Recherche vor Ort unerlässlich ist. Vielleicht strebst du aber auch die dauerhafte Mobilität mit einem festem Arbeitsverhältnis an? Oder willst du gleich ganz »frei« arbeiten?

Die Zahl derer, die Reisen und örtliche Ungebundenheit mit einer regelmäßigen Arbeit verbinden, wächst. Und jetzt willst du auch endlich mitmischen. Das morgendliche Teammeeting vom Campingplatz aus? Im weißen Hemd mit Krawatte und untenrum Jeans oder Badehose? Barfuß oder in Badelatschen? Warum denn nicht?

Die Sache mit der Disziplin

Wer hätte das gedacht? Zunehmende Freiheit erfordert ein wachsendes Maß an Selbstdisziplin. Du musst dich selbst organisieren. Die vielen Kleinigkeiten, die vorher dafür gesorgt haben, dass du dich am Büroarbeitsplatz zur Arbeit aufgefordert siehst, entfallen an deinem Lieblingsort. Aber die Ergebnisse, die man von dir erwartet, ändern sich weder in Quantität noch Qualität.

Abgesehen von Meetings, also Terminen, bist du in deiner Zeiteinteilung jetzt frei. Wann du produktiv sein willst, legst du selbst fest. Du hast die Freiheit zu entscheiden, wann du arbeitest. Du hast es in der Hand.

Finde heraus, was für ein Mensch du bist. Manche sind morgens am kreativsten, andere laufen erst am späten Nachmittag zur Hochform auf. Doch Achtung: Für den späten Arbeiter gibt es reichlich Ablenkungen. Nebenan wird vielleicht der Grill angeschmissen und dieses leckere Bier macht die Runde ... Hier lauern Gefahren.

Die neu gewonnene Freiheit geht stets mit klaren Entscheidungen einher. Und deren Einhaltung. Mach dir darüber keine Illusionen. Du musst mehr dafür tun, um gut zu sein, wenn dich keiner antreibt oder diszipliniert. Du allein bist für dein Tun verantwortlich.

Plane deinen Arbeitstag

Wie auch im Home-Office hast du schon mal Zeit gespart. Du musst nicht mehr pendeln. Der zuweilen lange Weg zur Arbeit und der damit verbundene Stress entfallen. Ein dickes Plus für dein Camper-Office. Du bist schneller einsatzbereit, die eine oder andere tägliche Vorarbeit, z. B. Dresscode, Haare machen etc. entfällt und du schwebst etwas entspannter in Richtung deiner Aufgaben.

Es bleiben aber Aufgaben, denen du begegnen musst. Deine Deadlines musst du einhalten. Hier kann dir Routine helfen. Dafür kannst du dir Standards setzen, die die Pflichten klar umreißen und dir Sicherheit und Struktur geben. Ein klarer Stundenplan setzt dir Regeln und hilft dir durch den Tag. Das gilt übrigens nicht nur für den Beginn deiner Arbeitszeit, sondern genauso auch für deren Ende und den Anfang deiner Freizeit.

Eine typische Stolperfalle

Schnell sind Privates und Geschäftliches vermischt. Klar kann ich auch abends noch mal kurz ans Telefon gehen, sind ja nur fünf Minuten. Ja, das sind nur fünf Minuten. Doch ein paar Minuten hier und ein paar Minuten dort läppern sich ganz schnell ... Viel schlimmer noch: Wenn sich alles vermischt und das eine nicht mehr vom anderen zu trennen ist. Dann sitzt du zwar an diesem wunderbaren See, bist aber gedanklich rund um die Uhr mit deiner Arbeit beschäftigt. Immer so ein bisschen, dafür aber durchgehend.

Du weißt, welches Pensum du erledigen musst. Plane deine Arbeitszeiten entsprechend und halte dich daran. Innerhalb dieses Rahmens kannst du frei entscheiden. Baden gehen zur Mittagspause, danach ein Nickerchen und anschließend einen ausgedehnten Kaffee zum Aufwachen – deswegen machen wir das ja.

Die längere Pause – im Büro hattest du sicherlich generöse 30 Minuten – musst du hinterher nacharbeiten. Das ist der Preis der Freiheit. Du musst dich selbst motivieren. Im Büro macht das meist dein Vorgesetzter, wenn er sich hinter dich stellt. Unterwegs musst du das jeden Tag aufs Neue. Nach jeder Pause und immerfort.

Dein perfekter Plan

Je nach Typ könnte dein Tagesablauf so aussehen: 8 Uhr Arbeitsbeginn, 11 Uhr Mittagspause, 15 Uhr Wiedereintritt in die Arbeitsatmosphäre, 19 Uhr Feierabend. So oder so ähnlich oder doch ganz anders. Du hast die Freiheit selbst zu entscheiden. Wenn du dich an deinen Plan hältst und ihn konsequent anwendest, dann sollte deinem Erfolg nichts im Wege stehen.

Anfangs mag das für den einen oder anderen Business-Camper noch neu sein. Aber mit ein bisschen Disziplin hast du das recht schnell raus und kannst die Freiheiten umso mehr genießen.

Notiere dir einfach mal, wie du deine Aufgaben erledigst und wie viel Zeit du dafür brauchst. Anhand deiner Aufzeichnungen erkennst du recht schnell, wo du Zeit verlierst und wo sich die Abläufe optimieren lassen. Effizienz ist auf jeden Fall ein Thema. Wer hat schon Zeit zu verschenken?

In deine Struktur kannst du die verschiedenen Arbeitsbereiche integrieren und nach deinen persönlichen Neigungen ausrichten. Vielleicht bist du morgens am kreativsten und die Buchhaltung kannst du »nebenher«. Dann bietet es sich an, dass du den Papierkram am Ende deines Arbeitstages erledigst.

... und noch ein paar Tipps

  • Standards: Für alle Arbeiten, die du regelmäßig ausführst, kannst du Routinen entwickeln, wenn sie sich nicht mit der Zeit von alleine einstellen. Standards nach dem effektivsten Schema abzuarbeiten hat nichts mit Langeweile zu tun, sondern sorgt für effiziente Ergebnisse.

  • Key Performance Indikators: Überprüfe deine Ergebnisse. Da du das Ziel und die zur Verfügung stehende Zeit kennst, kannst du das tägliche Pensum berechnen und die Tagesleistung festlegen. Das kann eine gewisse Summe sein, die Anzahl der geschriebenen Wörter oder entworfene Layouts etc. Was immer du machst, du kannst jetzt deine Quantität kontrollieren.

  • Organisiere dich: Je genauer du deine Aufgaben, die zeitlichen Abläufe und die erreichten Ziele im Auge behältst, desto weniger Überraschungen wirst du beruflich erleben. Arbeitspläne, Fristen, Briefings und Termine – organisiere deine Prozesse gewissenhaft und du musst weniger suchen. Nimm dir eine konkrete Aufgabe vor, arbeite sie ab und verzettele dich nicht mit »ein bisschen hier und ein bisschen da«, denn nur was du tatsächlich erledigt hast, kannst du danach, nach der Rechnungsstellung, auch wirklich vergessen. So behältst du den Kopf für die jeweilige Aufgabe frei.

  • Bilde dich weiter: Du bist stets auf frisches Wissen angewiesen. Die Zahl der Mitbewerber ist groß und wenn du jetzt stets nach altbekannten Mustern verfährst, kannst du schnell den Anschluss verlieren. Du solltest immer ein Auge auf die aktuellen Entwicklungen haben und an den erforderlichen Stellen für ausreichend Qualifikation sorgen. Auch das kannst du mittlerweile oft online machen. Sprich, du bleibst an deinem Lieblingsplatz.

  • Das richtige Werkzeug: Für deine neu gewonnene Freiheit kann es zumindest in der Anfangsphase eine große Hilfe sein, wenn du dich beim Planen und in der Ergebniskontrolle deiner Aufgaben unterstützen lässt. Projektmanagement-Tools sind hier das Stichwort. Die helfen dir dabei, den Überblick zu behalten und die Termine einzuhalten. Bist du gleich ganz in die Selbstständigkeit gewechselt, dann sind Kostenkontrolle, Rechnungsstellung und Mahnwesen sowie Buchhaltung Begriffe, mit denen du dich beschäftigen musst – auch hierfür gibt es Programme, die nach deinen persönlichen Anforderungen und Bedürfnissen eingesetzt werden können.

Einstellungssache

Dein Arbeitstag in einer echten Urlaubsumgebung ist am Anfang sicherlich eine Herausforderung. Doch am Ende ist es vor allem eine Sache deiner Einstellung, ob das Wagnis gelingt. Du hast viele Freiheiten und musst im Gegenzug an verschiedenen Stellen etwas mehr Energie in deine persönliche Motivation stecken. Die Arbeit bleibt vermutlich die gleiche. Für mich gehört das Schreiben unter freiem Himmel und eine Atmosphäre fernab von klassischen Bürokulissen jedenfalls zu den schönsten Dingen rund um mein Camper-Dasein.

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